Montag, 18. Mai 2009

Die Gärtnerin

Der Tag hat gerade erst begonnen,die Vögel sind erwacht und zwitschern ihre Lieder,und die ersten Sonnenstrahlen scheinen durchs Fenster,kaum jemand ist um diese Uhrzeit wach außer er muß oder möchte.
Sie sitzt schon am Küchentisch mit Ihrer morgentlichen Tasse Tee,ihr Blick geht nach draußen und die Gedanken schweifen umher.
Was wird sie heute alles machen können? Die Beete sind gerichtet und warten nur darauf bepflanzt zu werden.Schon ihm Winter hat sie Pläne geschmiedet in welches Beet was rein kommen darf.Sie hat die letzten Jahre so ihre erfahrungen gesammelt und die sind ihr immer wieder von großem nutzen.Heute wird sie sich aber erst einmal in der Gärtnerei umsehen und dieses und jenes mitnehmen.Sie weis jetzt schon das wieder etwas dabei sein wird was einfach nur Ihr Herz berührt.Sie lächelt vor sich hin und nimmt den letztenSchluck aus Ihrer Tasse,steht auf um ins Bad zu gehen und sich herzurichten.Überall im Bad stehen schöne Flakons mit feinen Bädern,Glasdosen mit Badesalzen und Tiegel mit Cremes und Salben.Jedes Döschen,jeder Flakon duftet anders, nach Rosen und Zitrusdüften oder ,fein würzig nach Kräutern.Auch sie ist immer in eine zarte Duftwolke gehüllt.Die Haare riechen nach Kräutern und Ihre sonnengebräunte Haut nach Rose und Maiglöckchen.
Fertig gerichtet nimmt sie Ihre Tasche und fährt mit dem Fahrrad in die Gärtnerei.Dort angekommen schlendert sie ihre gewohnte Runde durch die hohen Beete hier und da bleibt sie stehen riecht an einer Blüte oder reibt an den Blättern um den Duft in sich aufzunehmen,dann widmet sie sich dem eigentlichen Grund ihres kommens.Heute nimmt sie Lauch,Brokkolie und Wirsingpflänchen mit und um das Herz nicht zu vergessen einen nach Mandarinen riechenden Salbei.Damit kein Pflänchen einen Schaden bekommt werden sie Sanft und mit Vorsicht in den Fahrradkorb gebettet.Glücklich und sichtlich zufrieden macht sie sich mit ihren Errungenschaften auf den Weg in den Garten.Der Weg dorthin führt sie an blühenden Maiwiesen vorbei und um in ihren Garten zu kommen muß sie durch die hüfthohe Blütenpracht hindurch.Endlich angekommen!
Sie schließt das Holztor mit seiner schönen Dekoration auf.Wie hübsch der Stern ausschaut den sie aus Weidenruten selbstgemacht hat,immer wieder steckt sie gefundene Federn und Blüten hin und wenn sie vertrocknet sind gibt es neue.Ab dem Moment wenn sie das Tor durchschreitet ist sie in einer anderen Welt,in einer Welt ohne Zeit und Raum,ohne Hektik und Lärm nur das Rauschen der Blätter und das singen der Vögel begleitet sie bei ihrer Arbeit.Sie hat die angewohnheit jedes mal ihren Garten zu begrüßen wenn sie ihn betritt,sie begrüßt auch die Tiere und die anderen Wesen die hier wohnen.Nun werden die Schätze auf die Terasse gelegt und sie setzt sich erstmal für ein paar Minuten, atmet tief ein und läßt alles was nicht hierher gehört fallen,dann schließt sie die Augen und lauscht den klängen der Natur und spürt den sanften Wind durch Ihr Haar streifen.Wenn sie damit fertig ist macht sie einen Rundgang,das heist sie läuft durch den Garten und schaut ob alles noch da ist und wie es denn gewachsen ist und natürlich ob es irgendwelche neue Pflänzchen gibt die gestern noch nicht da waren,immer wieder bückt sie sich zupft ein Blättchen hiervon und davon reibt daran und riecht.Hm wie lecker frische Kräuter doch duften.Pfefferminze,Oregano-Monarde und Melisse man könnte doch glatt in einen Duftrausch verfallen und in Ihrem Kopf entstehen neue Rezeptideen.In solchen Momenten weiß sie das das was sie macht das einzig richtige ist.Nach dem Rundgang werden dann die neuen Pflänzchen in die für sie vorbereiteten Beete gesetzt und angegossen,dann werden Beikräuter aus den anderen Beeten entfernt.Ein neugieriger Gartenrotschwanz sitzt auf einem Pflog und schaut zu,um danach in der frisch aufgewühlten Erde nach Regenwürmern zu suchen.Nach getaner Arbeit nimmt sie sich eine Decke und setzt sich in die Wiese,die Sonne steht schon etwas tiefer wärmt aber trotzdem noch genug.Sie lässt ihren Blick schweifen,die weichen Konturen der Wälder die sich Sanft wiegenden Blüten und Gräser das summen der Bienen und das bimmeln der Kuhglocken,ab und an ein feiner Duft der durch den Wind zu Ihr getragen wurde.So sitzt sie da in ihrem kleinen Reich in ihrer anderen Welt die nur einen Schritt von der wirklichkeit entfernt ist.Wenn es zu dämmern beginnt ändert sich auch das Bild des Garten.Man hört die Nachtigall singen und schwere sinnliche Düfte wechseln sich mit den blumigen fröhlichen Düften des Tages ab.Es sind die Nachtviolen und Levkojen die nun ihr Parfüm verbreiten,der sanfte Wind hat nachgelassen und am klaren Himmel steht schon der Mond.Nur diesen schönen Moment möchte sie noch genießen bevor sie wieder nach Hause muß.Mit einem tiefen seufzen steht sie auf und räumt ihre sachen auf,danach verabschiedet sie sich von Ihrem Garten.Auf Wiedersehn bis morgen Ihr lieben.
Dann schließt sie die Tür hinter sich und geht.

Kommentare:

  1. Dane für all diese schönen Texte und Gedanken. Es hat mir gestern Abend richtig gut getan in deinem Blog zu lesen. Mein Tag hatte nur aus Haushalt und 5 Stunden (!!!) Schwiegermutterbesuch (wieso haben eigendlich Leute über deren Gesellschaft ich mich freue nie so lange Zeit?!) bestanden.
    Irgendwie war ich ziemlich frustriert, aber dein Blog hat mich auf schöne Weise daran erinnert das es halt auch andere Tage gibt :-). Danke :-)
    lieben Gruß von der Dryade

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  2. Danke Dryade ich freu mich wenn jemand das gefällt was ich schreibe.Ich muß sogar gestehen das ich mich immer sehr über die kommentare Freue und fast enttäuscht bin wenn es mal keinen gibt.:)
    Also Danke dir für deine kommentare.:)
    liebe Grüße zurück von der Holda

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